Wie alles begann…

Viele fragen mich als Erstes, wie ich eigentlich auf die Idee gekommen bin einen Freiwilligendienst zu machen oder was mich dazu bewegt hat diesen Weg einzuschlagen. Die Frage ist nicht ganz leicht, da mehrere Faktoren zusammenkamen. Ich hatte einen guten Job, habe unbezahlbar tolle Menschen um mich und ein schönes Zuhause, aber irgendwann merkte ich, dass mir etwas fehlte. In meinem Job war ich erfolgreich, hatte tolle Kollegen und die Chancen auf eine erfolgreiche Karriere waren verlockend, dennoch wollte ich damit nicht zufrieden sein. Meine Familie und meine Freunde sind mir sehr wichtig und ich liebe meine Heimat, doch ich wusste, dass es an der Zeit ist für etwas ganz Neues. Leichter gesagt als getan… denn mit dem Bewusstsein kamen sämtliche Zweifel, ob ich das überhaupt schaffen würde. Schließlich war ich noch nie alleine von Zuhause weg und von meiner Familie und Freunden getrennt. Da sich meine Unzufriedenheit aber immer weiter ausbreitete, entschloss ich, dass ich eine Zeit lang ins Ausland gehen könnte.

Mit der Entscheidung ins Ausland zu gehen und eine Erfahrung für mein ganzes Leben machen zu können, wurde ich augenblicklich offener und begann voller Vorfreude mit meiner Recherche im näheren Ausland. Doch dabei entdeckte ich die unterschiedlichsten Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte auf der ganzen Welt. Die Vorstellung an einem Strand unter Palmen etwas Gutes für die Umwelt tun, war einfach so verlockend, dass ich mich dazu entschied meine Suche auf Lateinamerika umzuschwenken. Schon immer hatte ich den Traum Südamerika zu bereisen, allerdings kam mir nie die Idee dies alleine zu tun. Ich begann also voller Vorfreude und Neugier meine Recherche nach Freiwilligendiensten für Süd- und Mittelamerika. Wie sich schnell herausstellte verwandelte sich diese Vorfreude des Öfteren zu Panik und Angst. Die Auswahl war riesig und einen Durchblick zu kriegen war nicht ganz einfach. Dazu kam, dass ich mir immer noch nicht sicher war, ob ich das wirklich schaffen würde. Nach einiger Zeit begann ich mich einfach bei verschiedenen Entsendeorganisationen zu bewerben. Entscheiden konnte ich danach ja immer noch.

Als ich meiner Familie und meinen Freunden von meinem Vorhaben erzählte, waren die Reaktionen unterschiedlich, aber durchweg positiv. Zuerst waren einige geschockt, weil sie mir das nicht zugetraut hätten und viele waren auch besorgt, da Südamerika ja einen gewissen Ruf hat, aber je mehr Leute davon mitbekamen, desto mehr Bestätigung und Zuspruch bekam ich. Gerade aufgrund meiner Zweifel, war es ein tolles Gefühl von so vielen Seiten unterstützt und bestärkt zu werden. Dafür danke ich allen! Ohne euch, hätte ich wahrscheinlich nicht den Mut dazu gehabt.

Zunächst wurde ich von meiner jetzigen Entsendeorganisation AFS zu einer Auswahl eingeladen. Dort lernte ich so viele nette Leute kennen, die das Gleiche tun wollten wie ich, oder schon getan haben und wir tauschten uns über unsere Vorstellungen und Ziele aus. Die Teamer des Seminars waren ehemalige Freiwillige, die ihr Ehrenamt in der Organisation fortführen. Das Wochenende war sehr interessant gestaltet und es gab viele Informationen zu den Freiwilligendiensten. Dennoch begannen tausend Zweifel und Ängste als ich von dieser Auswahl nach Hause kam und die große Frage: Wenn ich angenommen werde, schaffe ich das wirklich? Bin ich überhaupt dazu bereit?… Es vergingen einige Wochen und ich brauchte diese Zeit um alles zu bedenken. Als ich dann von einer weiteren Organisation nach Berlin eingeladen wurde und ich die Freiwilligendienste noch von einer anderen Seite nahegebracht bekommen habe, wurde mir klar, dass ich so eine Möglichkeit nicht nochmal kriegen würde… jetzt oder nie!

Einige Tage später bekam ich dann die Zusage von AFS für einen Freiwilligendienst in Paraguay. Dies hatte ich in meiner Länderauswahl auch angegeben, aber ich gebe zu, es war absolut nicht mein Favorit und ich war ein wenig enttäuscht. Neben den Möglichkeiten von Costa Rica, Panama, Peru und Chile schien mir Paraguay irgendwie langweilig. Ich hatte zwar überhaupt keine Vorstellung von dem Land, der Kultur und der Menschen dort, aber ich war mir nicht sicher ob es das ist, was ich machen wollte. Ich hatte zwei Wochen um meine Zusage für Paraguay zu bestätigen und ich hatte große Zweifel, ob ich das wirklich tun soll. Was ist, wenn es mir dort nicht gefällt?… Letztendlich nahm ich all meinen Mut zusammen und vertraute darauf, dass alles gut gehen wird, stellte die letzten Bewerbungsunterlagen zusammen und schickte die Zusage für meinen Freiwilligendienst in Paraguay ab. Wuuaaaa! Die Ängste und Zweifel waren natürlich immer noch da, gerade weil ich nicht wusste, was ich in Paraguay genau machen würde, aber ich entschied die Dinge einfach mal so auf mich zukommen zu lassen. Wird schon alles gut werden…

 

2 respuesta a “Wie alles begann…”

  1. Hey Nathalie hoffe dir geht es gut!? Habe mich mal in deinem Blog umgeschaut und muss zugeben das du dich zu einem wirklich tollem Menschen entwickelt (warst du auch schon früher:)) hast. Kannst wirklich sehr stolz auf dich sein. Wünsche dir für die Zukunft weiterhin nur das beste.

    LG Markus

    1. Hallo Markus. Erst jetzt sehe ich deinen Kommentar. Echt lieb. Vielen Dank. Mir geht es hervorragend. Hoffe dir auch.
      Liebe Grüße aus Ecuador

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